Indikatoren und Handlungsoptionen
Diese Indikatoren bilden das Fundament einer datenbasierten Alterspolitik. Sie helfen, kantonale Unterschiede sichtbar zu machen, und zeigen, wo Gemeinden und Kantone in Prävention, Versorgung und Koordination ansetzen können.


65 Jahre und älter
Anteil der Personen ab 65 Jahren an der Gesamtbevölkerung

Dieser Wert zeigt, wie stark ein Kanton vom demografischen Wandel betroffen ist. Ein steigender Anteil älterer Menschen beeinflusst Wohnen, Mobilität, Gesundheitsversorgung und Gemeindestrukturen.

Handlungsoptionen

  • Altersfreundliche Infrastrukturen (barrierefreie Wege, Treffpunkte, Nahversorgung) fördern
  • Frühe Planung von Pflege-, Betreuungs- und Wohnangeboten
  • Förderung von Teilhabe, Engagement und Prävention

80 Jahre und älter
Anteil der Personen ab 80 Jahren an der Gesamtbevölkerung

Diese Gruppe hat den höchsten Unterstützungsbedarf. Sie prägt den Bedarf an Pflege und Betreuung besonders stark.

Handlungsoptionen

  • Ausbau und Koordination von Pflege- und Unterstützungsleistungen
  • Förderung präventiver Angebote (Bewegung, Sturzprävention, soziale Kontakte)
  • Unterstützung von pflegenden Angehörigen durch Entlastungsdienste

Altersquotient
Verhältnis der Personen ab 65 Jahren zu den 20–64-Jährigen (erwerbstätige Bevölkerung)

Der Altersquotient zeigt, wie viele ältere Personen von einer erwerbstätigen Personengruppe „getragen“ werden. Ein steigender Quotient bedeutet eine wachsende finanzielle und gesellschaftliche Belastung für Sozial- und Gesundheitssysteme.

Handlungsoptionen

  • Stärkung von Freiwilligenarbeit und Angehörigenpflege als Ergänzung zu professionellen Strukturen
  • Förderung von Prävention, um Pflegebedürftigkeit hinauszuzögern
  • Vorausschauende Finanz- und Personalplanung in Kantonen und Gemeinden

Inanspruchnahme Spitex- und Heimpflege
Anteil der über 65-Jährigen, die ambulante (Spitex) Pflegeleistungen erhalten

Diese Kennzahl zeigt, wie stark ein Kanton auf ambulante Versorgung setzt. Sie spiegelt die Umsetzung des Grundsatzes „ambulant vor stationär“ wider.

Handlungsoptionen

  • Ausbau der Spitex und Förderung von Zusammenarbeit mit Hausärzten, Apotheken und Angehörigen
  • Entwicklung flexibler Pflegeformen (Tagespflege, Nachtpflege, Kurzzeitangebote)
  • Systematische Bedarfsplanung auf Gemeinde- und Kantonsebene

Anteil leicht pflegebedürftiger Personen in Pflegeheimen (BESA 0–2)
Anteil der Heimbewohnenden mit geringem Pflegebedarf (Pflegestufen 0–2) an allen Heimbewohnenden

Ein hoher Anteil zeigt, dass Pflegeheime auch für Personen mit geringerem Pflegebedarf genutzt werden – oft, weil ambulante oder betreute Wohnformen fehlen.

Handlungsoptionen

  • Förderung von betreutem Wohnen und niederschwelligen Unterstützungsangeboten
  • Bessere Beratung älterer Menschen und Angehöriger bei Pflegeentscheidungen
  • Stärkung der ambulanten Angebote und Übergangsstrukturen zwischen Zuhause und Heim


zurück zur Übersicht